Marienkrankenhaus Kassel
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Anästhesie / Operative Intensivmedizin

 

Chefarzt:

Dr. med. Matthias Göddecke
Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin

 
   AS7181 1

Behandlungsspektrum:

  • Anästhesiologische Betreuung der operativ tätigen Abteilungen
  • Postoperative Intensivmedizin
  • Postoperative Schmerztherapie

Ambulante Behandlung:
In Zusammenarbeit mit den operativ tätigen Abteilungen


Sprechstunde:
Nach Vereinbarung, über die Zentrale zu erreichen unter:

Tel. 0561 8073-0 

 

Die Anästhesieabteilung im Marienkrankenhaus Kassel

Wichtige Ziele der Anästhesieabteilung des MKH sind eine hohe Behandlungsqualität, eine große Patientensicherheit und einen guten Patientenkomfort sicherzustellen. Ein qualifiziertes Team aus Ärztinnen und Ärzten sowie Fachpflegekräften ist im Einsatz, um unseren Patienten ein Höchstmaß an menschlicher, pflegerischer und ärztlicher Zuwendung zu geben. Wir sind zufrieden, wenn unsere Patienten die Narkose und alles was dazu gehört in angenehmer Erinnerung behalten und sich bei uns in sicheren und guten Händen gefühlt haben.


Die Narkose beginnt mit einem Gespräch 

Besonderen Wert legen wir auf das Vorbereitungsgespräch, die Sichtung und Bewertung von Untersuchungsbefunden sowie die Untersuchung des Patienten vor der Operation. Erfahrungen, die Patienten bei früheren Operationen und Narkosen gemacht haben, sind für uns ebenfalls von sehr großem Interesse und beeinflussen ggf. das anästhesiologische Vorgehen. Aktuelle kardiologische oder pulmonologische Untersuchungsbefunde auch aus anderen Krankenhäusern oder von niedergelassenen Ärzten können und sollen Patienten zum Narkosegespräch mitbringen, damit diese Informationen mit in die Narkoseplanung einbezogen werden können. 

Während des Narkosevorbereitungsgesprächs können sich unsere Patienten umfassend über die Abläufe vor während und nach der Narkose bzw. Operation informieren. Risiken sowie Vor und Nachteile aller in Frage kommenden Narkoseverfahren werden besprochen. Verhaltensregeln für die Zeit vor der OP werden genannt, zum Beispiel, bis wann Patienten noch Essen und Trinken dürfen, welche Medikamente noch eingenommen werden dürfen bzw. eingenommen werden sollen, welche unterstützenden Maßnahmen es vor dem Eingriff gibt. Es wird darüber informiert, ob die Patienten nach der Operation auf eine normale Station, ggf. auf die Wachstation oder die Intensivstation verlegt werden. Liegt eine Patientenverfügung vor, kann an dieser Stelle selbstverständlich auch über die Wünsche des Patienten in kritischen Situationen gesprochen werden. Unsere Gespräche finden in einer entspannten und angenehmen Atmosphäre statt, sodass genügend Zeit und Raum für alle Fragen bleibt. 

Am Ende des Gesprächs wird ein Narkoseverfahren festgelegt und der Patient bestätigt durch seine Unterschrift auf dem Aufklärungsdokument sein Einverständnis mit dem besprochenen Vorgehen.


 Der OP-Tag 

Unsere Patienten werden am OP-Tag auf unserer Aufnahmestation oder einer Normalstation aufgenommen. Vor der Operation werden noch einmal eine Kreislaufkontrolle mit Blutdruck- und Pulsmessung sowie in besonderen Fällen weitere Untersuchungen (z.B. Blutzuckermessung, Quick-Wert etc.) durchgeführt. Gemeinsam mit dem Patienten oder der Patientin werden die Daten des Patientenidentifikationsarmbandes überprüft und das Armband danach an das rechte Handgelenk angelegt. Schließlich erfolgt die Medikamentengabe, wie sie beim Vorbereitungsgespräch festgelegt worden ist. In der Regel werden Medikamente zur Beruhigung und zur Schmerztherapie gegeben. Tatsächlich beginnen wir in vielen Fällen schon vor der Operation mit der Schmerztherapie, damit unsere Patienten nach Möglichkeit mit wenig oder keinem Schmerz aus der Narkose aufwachen (sogenannte praeemtive Analgesie). Häufig werden auch Medikamente gegeben, die der Patient als Dauermedikation vom Hausarzt verschrieben bekommen hat. 

Vor der OP wird an der Patientenschleuse noch einmal die Identität des Patienten überprüft und nach der geplanten Operation gefragt. Besondere Risiken wie z.B. Allergien werden erfasst. Außerdem werden alle für die OP notwendigen Dokumente auf Vollständigkeit überprüft. Nach der Lagerung auf dem OP-Tisch wird der Patient in den Narkoseeinleitungsraum gefahren und dort von einer Anästhesie-Fachpflegekraft in Empfang genommen. Noch einmal werden in einem kurzen Gespräch Risiken und Besonderheiten mit dem Patienten erörtert. Danach erfolgt die Vorbereitung für die Narkose. Es wird ein Drei-Kanal-EKG, eine automatische Blutdruckmessung sowie zur Sauerstoffüberwachung eine Pulsoxymetrie angelegt. Schließlich erfolgt die Anlage eines Venenzugangs, in der Regel am linken Unterarm. 

Die Anästhesie wird dann von einer Ärztin oder einem Arzt und der Anästhesiepflegekraft begonnen. Gemeinsam überwachen und betreuen beide den Patienten von Beginn der Anästhesie bis zur Übergabe in den Aufwachraum. Alle modernen Monitoringverfahren kommen zum Einsatz, sodass ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet werden kann. Zusätzlich zur technischen Überwachung findet unmittelbar vor dem OP-Beginn ein sogenanntes „team time out“ statt. Anästhesist und Operateur bestätigen gegenseitig, dass sich der richtige Patient im vorgesehenen OP-Saal für die geplante OP befindet. Damit werden Verwechselungen vermieden.


Der Aufwachraum 

Nach dem Ende der Operation und der Anästhesie werden unsere Patienten und Patientinnen in den Aufwachraum verlegt. Dort wird das Kreislaufmonitoring so lange fortgeführt, bis die Kriterien für eine Verlegung auf die Normalstation erfüllt sind. Das bedeutet, der Patient/die Patientin kann ungehindert atmen, ist wach und orientiert, weitgehend frei von Übelkeit und Schmerzen und ist kreislaufstabil. Außerdem muss die Wundkontrolle, also der Verband und die Drainagen unauffällig sein. 

Bei kritisch Kranken ist gelegentlich ein erweitertes Kreislaufmonitoring und/oder eine postoperative Atmungstherapie notwendig; auch diese intensive Behandlung ist vor der Verlegung auf die Wach- oder auf die Intensivstation in unserem Aufwachraum möglich. Außerdem sind weiterführende Untersuchungen wie EKG, Ultraschall, Labor oder Röntgen im Aufwachraum durchführbar.

Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der postoperativen Schmerztherapie. Anästhesist und Operateur legen gemeinsam eine individuelle Schmerztherapie für die Station fest. Der Patient bekommt in der Regle eine fest angeordnete Basisschmerztherapie. Sollte diese nicht ausreichen, ist immer eine Bedarfsmedikation mit stärker wirksamen Schmerzmitteln angeordnet und kann vom Patienten angefordert werden. Ziel ist, dass unsere Patienten so schmerzfrei bzw. schmerzarm sind, dass sie damit problemlos schlafen können. 

In einigen Fällen kommen intensivere Schmerztherapieverfahren mittels Pumpen und Kathetern zur Anwendung. Diese Pumpen können die Patienten innerhalb sicherer Grenzen selbst bedienen und damit ihre Schmerztherapie selbst steuern (Patienten kontrollierte Analgesie). Patienten, die mit solchen Pumpen versorgt sind, werden auch auf der Normalstation vom Anästhesie-Team betreut; eine Anästhesiefachpflegekraft mit der Zusatzausbildung zur Pain Nurse visitiert diese Patienten mindestens einmal täglich.


Station, Wachstation oder Intensivstation 

Je nach Operation und Vorerkrankungen werden die Patienten postoperativ auf die Normalstation, die Wachstation oder die Intensivstation verlegt. Ambulante Patienten kehren aus dem Aufwachraum in die Aufnahmestation zurück und können dort nach Freigabe durch einen Arzt nach Hause entlassen und abgeholt werden. 

Die Mehrheit unserer Patienten wird nach einer Operation auf die Normalstation verlegt und dort vom Pflegepersonal und den behandelnden Operateuren versorgt. 

Für Patienten, die nach ihrer Operation eine intensive Überwachung benötigen, steht eine intermediate care Einheit zur Verfügung. In Zimmern mit maximal zwei Betten kann das gleiche intensive Herz- und Kreislaufmonitoring wie im Aufwachraum durchgeführt werden. Chirurgie und Anästhesie betreuen die Patienten in dieser Phase der Behandlung gemeinsam. 

Patienten, die vor oder nach einem Eingriff kardiopulmonal instabil sind und ggf. in einem künstlichen Koma beatmet werden müssen, werden auf unserer Intensivstation versorgt. Auf dieser Station ist 24 Stunden am Tag ein Arzt anwesend. Fachärzte für Kardiologie und Pulmonologie können jederzeit in die Behandlung mit einbezogen werden. Auf der Intensivstation steht ein breites Spektrum der Intensivmedizin zur Verfügung. Beatmung, invasives Kreislaufmonitoring mit herz- und kreislaufunterstützenden Verfahren, Hämofiltration/Dialyse, künstliche Ernährung etc. stehen zur Verfügung. 

In der Phase der intensivmedizinischen Behandlung haben vertrauensvolle Gespräche mit den Patienten und deren Angehörigen einen sehr hohen Stellenwert. Es ist uns ein großes Anliegen, die Würde und Persönlichkeit des Patienten in dieser schwierigen Situation zu respektieren.