Marienkrankenhaus Kassel
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Erstes „Luftnotzentrum“ in Hessen am Marienkrankenhaus Kassel eröffnet.

Luftnot zählt zu den bedrohlichsten subjektiven Empfindungen und häufigsten Beschwerden, die in der ärztlichen Praxis vorgetragen werden. Die Ursachen für Luftnot können sehr vielfältig sein und reichen von Lungenerkrankungen mit akutem Atemnotsyndrom über akute Herzerkrankungen bis hin zu Allergien, Infektionen oder Blutarmut. Für eine genaue Abklärung der Ursachen ist eine interdisziplinäre Differentialdiagnostik erforderlich, die entlang eines definierten diagnostischen Pfades kardiologische, pneumologische, allergologische und infektiologische Untersuchungen beinhaltet. Das Marienkrankenhaus in Kassel hat diese Kompetenzen jetzt im „Luftnot-Zentrum" gebündelt und stellt damit die erste Einrichtung dieser Art in Hessen bereit. Vier Betten stehen für die stationäre Aufnahme akuter Luftnot-Patienten bereit.

(BvT) „Akute oder chronische Luftnot ist eine subjektive Empfindung, die von den meisten Betroffenen als äußerst beängstigend oder sogar lebensbedrohend empfunden wird. Da die Ursachen sehr vielfältig sein können und die Abklärung einige Zeit in Anspruch nehmen kann, ist es zunächst von allergrößter Bedeutung, den Patienten mit seiner Empfindung sehr ernst zu nehmen, denn Luftnot hat immer eine Ursache", macht Privatdozent Dr. Andreas Bastian, Chefarzt der Pneumologie in der Medizinischen Klinik des Marienkrankenhauses Kassel, deutlich. Der Chefarzt der Medizinischen Klinik und Kardiologe, Prof. Dr. Konermann, ergänzt: „Für eine zuverlässige Diagnostik müssen zunächst akute Ereignisse wie ein Herzinfarkt oder eine Lungenembolie ausgeschlossen und schließlich weitere Lungenerkrankungen, Allergien, Bluterkrankungen oder Infektionen abgeklärt werden, die alle als mögliche Ursachen in Frage kommen. Das bedeutet, dass hier ein interdisziplinäres Vorgehen entlang eines klar definierten Diagnostik- und Behandlungspfades dringendst geboten ist. Dies haben wir jetzt im Luftnotzentrum umgesetzt, denn Luftnot lässt sich nur interdisziplinär abklären und behandeln."

„Luftnot ist ein sehr komplexes Symptom"

Zu den möglichen Ursachen für akute Luftnot zählt beispielsweise die Lungenembolie, bei der ein Blutgerinnsel eine Lungenarterie verstopft, so dass die Lunge ihre Aufgabe des Gasaustausches nicht mehr erfüllen kann. Häufig entstehen solche Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen und wandern über das venöse System in die Lunge. „Kommt es zu einer Lungenembolie, ist höchste Eile geboten, denn dieser Zustand ist potenziell lebensbedrohend", führt der Pneumologe Dr. Bastian aus. Aber auch bei chronischen Lungenerkrankungen wir der obstruktiven Lungenkrankheit COPD kann es zu Anfällen von Atemnot kommen. „Viele dieser Patienten müssen dann zeitweise einer Beatmung zugeführt werden", so Dr. Bastian. Eine weitere Ursache für akut auftretende Luftnot können Herzerkrankungen sein."Auch beim der Angina Pectoris oder dem akuten Herzinfarkt kann es zur Luftnot kommen", mach der Kardiologe Prof. Konermann deutlich. Im Vordergrund der Diagnostik bei Luftnot-Patienten stünde daher zunächst die Abklärung akuter pneumologischer und kardiologischer Erkrankungen. Ebenso ausgelöst werden kann Luftnot aber auch durch akute allergische Reaktionen oder spontan auftretendes Asthma, bei denen sich die Bronchien zusammenziehen und die Belüftung der Lunge vermindert ist. „Solche Ereignisse werden von den Patienten meist als sehr bedrohlich empfunden und können akute Zustände von Todesangst auslösen, die letztlich die Luftnot noch verstärken", erläutert der Lungenexperte Dr. Bastian. Schließlich können aber auch Blutarmut (Anämie) oder akute Infektionen wie eine Lungenentzündung für Luftnot verantwortlich sein. „An diesem Spektrum wir deutlich, warum eine qualifizierte Diagnostik der Ursachen von Luftnot nur interdisziplinär und nach einem streng festgelegten Schema diagnostiziert und therapiert werden kann. Denn wenn so viele verschiedene Ursachen für ein und dasselbe Symptom verantwortlich sein können, besteht immer die Gefahr der falschen Diagnose, wenn der Patient nur aus einer fachärztlichen Sicht untersucht wird. Am Marienkrankenhaus können wir alle dafür nötigen Disziplinen chefärztlich abdecken", führt Prof. Konermann aus.

Neues Zentrum passt optimal zum Leistungsspektrum

„Das Luftnot-Zentrum ist eine optimale Ergänzung unseres Leistungsspektrums in der Beatmungsmedizin", macht der Geschäftsführer des Marienkrankenhauses, Michael Schmidt, deutlich. Mit dem Zentrum für Heimbeatmung und seinen speziellen Kompetenzen im Bereich der invasiven und der nicht-invasiven Beatmung chronisch kranker Patienten zählt das Marienkrankenhaus bereits heute zu den führenden Einrichtungen für Beatmungsmedizin in Hessen und verfügt als einzige Klinik in Kassel über speziell ausgebildete Atmungstherapeuten. „Mit dem neuen Zentrum halten wir nun zusätzlich eine hochspezialisierte interdisziplinäre und akutmedizinische Einrichtung für eine spezielle Patientengruppe vor", so Schmidt. Vier Betten seien im so genannten „Intermediate-Care"-Bereich der Intensivstation für die stationäre Aufnahme von Patienten mit akuter Luftnot zunächst vorgesehen, erläutert Schmidt abschließend.

 


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