Marienkrankenhaus Kassel
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Besuchsdienst

Im Marienkrankenhaus sind zurzeit fünf ehrenamtliche Mitarbeiterinnen im Besuchsdienst tätig.

Neben der medizinischen und pflegerischen Behandlung durch das hauptamtliche Personal brauchen viele Patienten - vor allem allein stehende, ortsfremde und ältere - persönliche Zuwendung oder Gesprächspartner, die Zeit haben zum Zuhören. Auch gibt es manche Wünsche, die Patienten und ältere Menschen gern erfüllt hätten, mit denen sie aber die Fachkräfte nicht belasten möchten. Die Damen des Besuchsdienst sehen ihre Aufgabe darin, durch mitmenschliche Nähe und Aufmerksamkeit für die Sorgen und Nöte kranker und älterer Menschen auf deren ganz persönliche Bedürfnisse einzugehen und damit zu ihrem Wohlbefinden beizutragen. Wegen der grünen Kittel, die die Mitarbeitenden in den meisten Einrichtungen tragen, werden sie oftmals auch "Grüne Damen" genannt.

Kranksein und Gesundsein - beides gehört zum Leben. Dennoch erfahren Menschen ihr Kranksein als etwas, das sie aus dem normalen Leben ausschließt. In besonderer Weise gilt dies für einen Aufenthalt im Krankenhaus. Die veränderte Umgebung und Lebensweise, die Distanz zur Familie und die fehlenden Kontakte in Beruf und Alltag kommen zur Krankheit hinzu und müssen bewältigt werden. Die Welt draußen geht weiter, die Patienten aber sind (häufig) an das Bett gebunden und haben sich in den veränderten Lebensrhythmus im Krankenhaus einzufügen. Besucher können eine Brücke schlagen zwischen Patienten und den ihnen vertrauten Bereichen des täglichen Lebens. Doch wie ergeht es ihnen zwischen den Besuchen oder wenn überhaupt niemand zu ihnen kommt? Kranksein bedeutet, nicht mehr leistungsfähig zu sein, nicht mehr der Norm der Leistungsgesellschaft zu entsprechen. Die Frage nach dem Sinn der Krankheit stellt sich, und der Gedanke an den Tod kann nicht mehr verdrängt werden, wenn es sich um eine schwere Erkrankung handelt. Auch die alltäglichen Sorgen, Fragen und Probleme bedrängen die Patienten.

Zum Gesundwerden ist es wichtig, dass die Behandlung nicht nur medizinisch-pflegerisch ausgerichtet ist, sondern dass sie auch die persönliche, familiäre und soziale Situation mit einbezieht. Diese Überzeugung teilen alle im Krankenhaus tätigen Fachkräfte. Die großen Kliniken sind für neu ankommende Patienten unübersichtlich und verwirrend. Die weitgehende Spezialisierung bedingt ferner, dass der einzelne Mensch von vielen sich abwechselnden Fachkräften betreut wird. Das kann Unsicherheiten und Ängste auslösen, weil für die Kranken die unterschiedlichen Zuständigkeiten und die Bedeutung der verschiedenen Therapiemethoden undurchschaubar sind. Gesetzgebung und finanzielle Auflagen der Kostenträger zwingen das Krankenhaus zur Rationalisierung, so dass es dem Personal zunehmend erschwert wird, sich neben der notwendigen medizinischen und pflegerischen Behandlung auch um die persönlichen Bedürfnisse der Patienten zu kümmern. Aus all diesen Gründen werden an vielen Stellen in den Krankenhäusern Menschen gebraucht, die Zeit haben, die zuhören können, die offen sind für die Nöte der Patienten.

Weiterhin kümmern sie sich auch um die Bibliothek und Austeilung der Bücher.