Hilfe bei chronisch entzünd­lichen Darmer­kran­kungen: Infotag 03.09.2022

Chronisch entzünd­liche Darmer­kran­kungen, kurz CED, sind andauernd verlau­fende Entzün­dungen des Verdau­ungs­trakts: Hierunter werden meist die Erkran­kungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zusam­men­ge­fasst. Betroffene leiden unter Verdau­ungs­stö­rungen wie Durch­fällen sowie Bauch­schmerzen, zum Teil auch unter Blutab­gängen aus dem Darm. In Deutschland gibt es über 400.000 Erkrankte. Frauen und Männern sind etwa zu gleichen Teilen betroffen.


„CED wird zu den Autoim­mun­erkran­kungen gezählt, bei denen eine Fehlre­gu­lation des Immun­systems vorliegt. Disku­tiert wird, dass eine genetische Veran­lagung mit verschie­denen Umwelt­fak­toren zum Ausbruch der CED führt. Zudem wird eine Barriere-Störung der Darmwand als eine der wesent­lichen Ursachen bei der Entstehung der CED gesehen, erklärt Dr. Gero Moog, Chefarzt der Klinik für Gastro­en­te­ro­logie im Marienkrankenhaus Kassel.

Dr. med. Gero Moog bei einer gastro­en­te­ro­lo­gi­schen Unter­su­chung im Marienkrankenhaus Kassel.

Sowohl der M. Crohn als auch die Colitis ulcerosa sind fortschrei­tende Entzün­dungen, die in Schüben auftreten und zu massiven Beschwerden führen. Die Krankheit beschränkt sich nicht auf den Magen-Darm-Trakt, sondern kann Auswir­kungen auf den gesamten Körper haben und die Lebens­qua­lität massiv beein­träch­tigen. So kann es zu Beglei­ter­kran­kungen wie arthri­tische Gelenke, Augen­ent­zün­dungen und Schup­pen­flechte kommen. Symptome und Ausmaß variieren stark.

„Am Anfang der Diagnostik stehen die Erhebung der Vorge­schichte sowie die klinische Unter­su­chung, um die Diffe­ren­ti­al­dia­gnose bereits einschränken zu können. Spezi­fische Labor­werte für chronisch-entzünd­liche Darmer­kran­kungen gibt es nicht“, sagt der Gastro­en­te­rologe. Labor­werte können nur auf einen Entzün­dungs­prozess hinweisen. Eine endosko­pische Unter­su­chung im oberen und unteren Verdau­ungs­trakt stellt die unver­zichtbare Basis­dia­gnostik bei chronisch-entzünd­lichen Darmer­kran­kungen dar. Zusätzlich kann der Dünndarm mittels Kapse­len­do­skopie einge­sehen werden. Dabei gibt es endosko­pische Kriterien zur Unter­scheidung zwischen M. Crohn und Colitis ulcerosa.

Thera­peu­tisch steht heute eine Fülle von Medika­menten zur Verfügung, die es den Betrof­fenen in sehr vielen Fällen ermög­lichen, ein ganz normales Leben in allen seinen Facetten sowohl beruflich wie auch privat zu leben. „Wichtig ist aber die Anbindung an ein Zentrum für entzünd­liche Darmer­kran­kungen, in dem die verschie­denen Fachdis­zi­plinen die optimale Lösung für den Patienten, vor allem in schwie­rigen Situa­tionen, gemeinsam finden können“, betont Moog. Das Marienkrankenhaus Kassel bietet CED-Patienten die idealen Voraus­set­zungen mit einer spezia­li­sierten Gastro­en­te­ro­logie, Visze­r­al­chir­urgie und anderen Fachdis­zi­plinen, die eng mitein­ander in spezia­li­sierten CED-Boards zusammenarbeiten.


Mehr Infor­ma­tionen erhalten Betroffene beim CED-Tag am Samstag, dem 3. September in der Zeit von 11 bis 15 Uhr im Marienkrankenhaus Kassel in der Marburger Straße 85 in Kassel sowie auf der Klinik­homepage unter: CED-Tag